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Onkologische Arbeitshilfen - Beurteilung des Therapieerfolgs

Beurteilung des Therapieerfolgs

Zur Beurteilung des Therapieerfolgs können in der Onkologie unterschiedliche Kriterien herangezogen werden:

 

  • die Überlebenszeit, entweder als Gesamtüberlebenszeit (overall survival, OAS) oder als progressionsfreies Überleben (progression free survival, PFS). In Studien sind diese Endpunkte die am häufigsten gewählten Parameter des Therapieerfolgs. Während dem OAS die höchste Bedeutung beigemessen wird, gilt PFS nicht immer als harter Parameter für eine tatsächliche Verbesserung des Therapieerfolgs. Andererseits ist in Zeiten von sequenziellen Therapien bei vielen Tumorentitäten das Gesamtergebnis maßgeblich von Art und Dauer der Folgetherapien abhängig, sodass für die Effektivität einer einzelnen Therapielinie oft das PFS herangezogen werden muss.
  • messbare Tumorparameter: Als solche gelten Zahl und Größe von Metastasen in der Bildgebung (meist mittels CT und nach RECIST bestimmt, s. u.), Stoffwechselaktivität (PET oder PET/CT, in Studien auch Messung bestimmter MRT-Sequenzen) sowie einzelne aussagekräftige Tumormarker (z. B. AFP, CA125, β-HCG oder PSA). In der Hämatologie werden Remissionen zudem anhand der zytologisch oder molekular messbaren Resttumorlast erfasst (mittels PCR als „minimal residual disease“, MRD).
  • sog. „patientenrelevante“ Endpunkte: Hierzu dient die Erfassung von Parametern wie Lebensqualität oder Schmerzempfinden, bzw. der Patientenpräferenz bei Vergleich von zwei oder mehreren unterschiedlichen Substanzen oder Therapieschemata.

 

Noch weitgehend im experimentellen Stadium der klinischen Erprobung befinden sich Analysen zirkulierender Tumorzellen (circulating tumor cells, CTCs) im peripheren Blut bzw. freier Tumor-DNA oder (mi)RNA bzw. des Proteoms im Serum.

 

Bei der Bildgebung soll die Beurteilung des Therapieerfolgs nach den Recist-1.1-Kriterien erfolgen: www.eortc.be/recist/documents/RECISTGuidelines.pdf. Ein Instrument, um Internet-basiert selbst den Remissionsstatus ermitteln zu können, ist der RECIST Kalkulator, ☞ www.radiologytutor.com/index.php/cases/oncol/139-recist.

 

Im Folgenden werden einzelne klinisch besonders relevante Parameter der Tumorerfassung nach RECIST aufgeführt.

 

Recist-1.1-Kriterien (modifiziert nach RadPharm)

Knochen-Met.

lytische oder gemischt lytisch-blastische Knochenherde mit Weichteilkomponente im CT/MRT ≥ 10 mm; osteoblastische Herde und Knochen-Met. im Szintigramm, PET o. konventionellen Rö gelten als nicht messbar

Komplette Remission (CR)

Verschwinden aller extranodalen Herde, alle Lk sind im kurzen Durchmesser (KD) < 10 mm, Tumormarker sind im Normbereich

Partielle Remission (PR)

Rückgang der Summe aller Herde (längster Durchmesser (LD) für extranodale, KD für nodale Met.) um ≥ 30 %

Stable Disease (SD)

Rückgang um < 30 % und keine Zunahme > 20 %

Progression (PD)

Zunahme der LD/KD um ≥ 20 % und ≥ 5 mm absolut gegenüber dem besten Resultat (zu Tx-Beginn oder während des Verlaufs), Nachweis neuer Met.

Neue Herde

neue Herde müssen eindeutig u. nicht durch unterschiedliche Methodik nachgewiesen werden; kurzfristige Kontrolluntersuchung: bei Bestätigung gilt das erste Untersuchungsdatum als Zeitpunkt der PD

FDG-PET

neue Herde können durch ein FDG-PET dokumentiert werden:

  • (–) PET zu Beginn und (+) PET im Verlauf ist ein PD durch neue Herde
  • kein PET zu Beginn und (+) PET im Follow-up ist PD, wenn der neue Herd mit CT bestätigt wird; bei Bestätigung ist der Zeitpunkt der PD die PET-Untersuchung
  • kein PET zu Beginn und (+) PET im Follow-up bei vorbekanntem Herd im CT ist keine PD

Wiederauftreten vorbekannter Herde

  • Pat. mit SD/PR: erneuter Nachweis eines vorbekannten, zwischenzeitl. nicht mehr nachweisbaren Herds → Addition der LD/KD zur Summe aller Targetläsionen und ggf. Änderung des Status bei Gesamtsumme > 20 %
  • Pat. mit CR: Änderung in PD