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Solide Tumoren - Sonstige - Melanom (malignes Melanom) - Klinik & Diagnostik

Melanom (malignes Melanom)

Klinik

 

Symptomatik: ABCD(E)-Regel für die Verdachtsdiagnose Melanom: Asymmetrie,
Begrenzung: unregelmäßig, Color (Farbe): inhomogen, vielfarbig (hell-, dunkelbraun, blau-schwarz, rot, weiß), Durchmesser: > 5 mm, Erhabenheit (besser: Entwicklung/Enlargement/Evolution = Dicken- oder Flächenzunahme).

 

Klinische Melanomvarianten: Superfiziell spreitendes Melanom (SSM, etwa 60 %), primär noduläres Melanom (PNM, etwa 15–20 %), Lentigo-maligna-Melanom (LMM, etwa 10–15 %), akrolentiginöses Melanom (ALM, etwa 5 %), Rest: Sonderformen (s. u.). Nicht selten: Melanome mit unbek. Primärtumorsitz („okkultes Primärmelanom“); gehören zum sog. CUP (Karzinom bei unbekanntem Primärtumor), erstdiagnostiziert über den Nachweis von Lk- oder Fernmetastasen. Selbst extensive Diagnostik vermag den Primärtumorsitz meist nicht zu lokalisieren.

 

Befallsmuster: Lymphogene u. hämatogene Met. oft gleichzeitig erfolgend, aber klinisch sequenziell manifest. Zielorgane 1. Ordnung: regionäre Lk u. Lunge, später Leber, Skelett und Gehirn. Atypische Met.-Muster (z. B. Myokard) nicht selten (Organsymptomatik).

 

Diagnostik: Besondere Lokalisationen beachten: Auge (Uvea), Rektum, Vulva, Vagina, Penis. Multiple Melanome kommen vor, sehr selten auch Melanome bei Kindern. Inspektion der ganzen Haut, quantitativ-vergleichende Verlaufskontrolle der Entwicklung multipler Naevi, z. B. durch computergestützte Topodermatografie („mole mapping“), (digitale) Auflichtmikroskopie (= Dermatoskopie), sonografische (20–30 MHz) Analyse der Tumordicke, konfokale Laser-Scan-Mikroskopie.

 

Exzisionsbiopsie 1–2 mm im Gesunden, tief ins subkutane Fettgewebe; bei sehr kleinen Veränderungen auch als die Läsion vollständig umfassende Stanzbiopsie. Cave: Keine Inzisions- oder Feinnadelbiopsie, da Diagnose verfehlt werden kann und prognostische Parameter aufgrund mangelnder Repräsentativität der Gewebeprobe nicht korrekt ermittelt werden können.

 

Ab einer Tumordicke ≥ 1,0 mm: Lk-/Weichteilsonografie (7,5 MHz) zur Analyse regionärer Lk-Stationen und peritumoraler Weichteilbezirke; Tumormarker S100, SLND (s. u.). Ab Stadium IIC: Schnittbildgebung (CT, MRT) oder PET/CT.